Textaufträge von jedem – Ist das so?

Getreu dem Motto: ich erhalte Textaufträge von jedem! Da kann ich wohl nicht mit dienen. Ich suche mir meine Textkunden einfach aus. Das hört sich jetzt so an, als würde ich Listen führen und immer genau nach Lust und Laune den Rotstift ansetzen, um hier und da Kunden von der Liste zu streichen. Aber ganz so einfach läuft das in dieser Berufsbranche nicht. Wie auch im letzten Blog erwähnt, verdienen wir Texter nicht den goldenen Löffel und müssen aber trotzdem immer up to date sein.

Textaufträge bekommen – alles andere als leicht!

TextaufträgeDie Aufträge der Kunden fliegen uns Textern nicht einfach zu. Nein, wir müssen uns selbst auf den Weg machen. Anhand verschiedener Texterjobbörsen lassen sich eigene Profile erstellen, auf die der Kunde dann schnellstmöglich selbst zugreifen kann. Das ist aber nur ein Bruchteil dessen, was wir für unsere Tätigkeit wirklich tun müssen. Schauen wir uns anhand eines Beispiels mal genauer an, wie ein Texter unter anderem an einen Auftrag kommt.

Herr M. arbeitet in einer Heizungsinstallationsfirma und möchte seine Webseite für kleines Geld neu gestalten. Dazu gehört auch die Überarbeitung der bereits vorhandenen Texte. Er wendet sich nun an eine Texterjobbörse im INet und gibt dort eine Anzeige auf. In der Anzeige geht er gezielt auf seine Firma ein und bittet um Bewerbungen mit der Angabe des Wortpreises und der Referenzen. Als Texter sind diese Bewerbungen besonders anspruchsvoll, denn dahinter steckt immer ein potenzieller Auftrag, der vielleicht auch längerfristig zu vergeben ist. Es werden Referenzen zusammengestellt und Herr M. erhält eine Bewerbung mit freundlichen Worten und der Angabe des Wortpreises. Üblicherweise ist die Anzahl der Bewerber so groß, dass es Herr M. nicht wirklich schafft, sich alle anzusehen oder anzuschreiben. Auch wenn das Motto: Wer zuerst kommt, schreibt zuerst! normalerweise Anklang findet, in diesem Fall wird wohl allein der Wortpreis entscheidend sein.

Aber was darf nun ein Wort kosten?

So unterschiedlich die Entscheidungen der Kunden sind, so verschieden sind auch deren Aufträge. Heutzutage möchten Auftraggeber so wenig Geld wie möglich ausgeben, aber trotzdem die höchste Qualität erhalten. Das funktioniert vielleicht in den wenigsten Fällen. Auch muss hierbei bedacht werden, dass der überwiegende Teil der Texter freiberuflich tätig ist und monatliche Lebenserhaltungskosten finanzieren muss. Da gestaltet es sich besonders schwierig, für 1 Cent pro Wort einen Artikel zu schreiben. Des Weiteren muss auch daran gedacht werden, dass oft eine Recherche über das zu schreibende Thema im INet erfolgen muss. Denn nicht jeder Texter kennt sich mit jedem Thema aus. Und gerade up to date zu sein, bedeutet zu wissen, dass eine Aktualisierung der Thematik immer gegeben sein muss.

Ich suche mir meine Kunden einfach aus!

Das ist meine Aufgabe, mit der ich mich Tag für Tag beschäftige. Auch wenn ich gerne schreibe, bedeutet es nicht, dass ich alle erworbenen Textaufträge ehrenamtlich erledigen und nur von Wasser und Brot leben kann. Aber eines sei gesagt: Ich bleibe bei meiner Suche immer noch menschlich, nehme keine zu hohen Preise und fühle mich trotzdem in meinem Beruf wohl.

Im nächsten Blogbeitrag gibt es Schönes zu berichten. Denn gerade die Sommermonate werden für das „Ja“ Wort genutzt. So manch einer wird jetzt wohl aufschreien und widersprechen wollen, denn auch andere Jahreszeiten sind dafür begehrt. Trotzdem möchten Brautmutter, Brautvater oder doch das Paar selbst eine Rede halten. Ich habe es mir zu Aufgabe gemacht, Hochzeitsreden zu verfassen und liebevolle Worte ineinander zu verpacken. Aber wer kann eigentlich eine Rede halten und was darf überhaupt gesagt werden?